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Taekwon-DoDie Philosophie des Taekwon-DoEinteilung des Taekwon-Do Erläuterung der Grundsätze Moral (jungshin sooyang) Die Philosophie des Taekwon-Do Der Endzweck des Taekwon-Do richtet sich darauf, den Kampf auszurotten. Das soll dadurch geschehen, dass die Unterdrückung des Schwächeren durch den Stärkeren eingeschränkt wird mit Hilfe einer Kraft, die auf Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Moral, Weisheit und Glauben basiert und somit dazu beiträgt, eine bessere und friedlichere Welt zu schaffen. In den letzten Jahren konnten wir ein Zunehmen der Gewalttätigkeit und einen Verlust der Moral in allen Schichten der Gesellschaft, besonders jedoch unter den jungen Menschen, beobachten. Dafür gibt es natürlich eine Reihe von Gründen. Viele Psychologen unserer Zeit sind der Ansicht, dass dieses Problem durch ein Gefühl der Enttäuschung zu erklären ist. Psychoanalytiker haben bestätigt, dass diese irregeleiteten Menschen tatsächlich eine ernüchterte Bevölkerungsgruppe darstellen, die in einer Welt, die sie für trügerisch, materialistisch und absurd halten und in der Kriege, Rassenhass und Dekadenz vorherrschen, nach Werten und nach einem Sinn suchen. Leider ist es jedoch so, dass allzu viele, anstatt ihre enorme Energie und ihr enormes Potential in konstruktive Kanäle zu lenken, in blinder Wut um sich schlagen und dabei zerstören anstatt aufzubauen, oder einfach vor allem davonlaufen, indem sie sich durch Drogen und ihre eigene Phantasiewelt isolieren. Gegenwärtig scheint die Tendenz der Unterdrückung der Schwächeren durch die Stärkeren ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Unsere Welt hat in der Tat starke Ähnlichkeit mit einem Zeitalter der Korruption. Das erklärt sich nicht allein aus dem Kampf ums Überleben, sondern auch daraus, dass unsere zivilisierte Welt übermäßig entwickelt, materialistisch und zu wissenschaftsorientiert ist. Ersteres verführt die jungen Menschen zu ausgeprägtem Materialismus oder Egoismus, während die letztere Erscheinung, wenngleich so viel Gutes für die Menschheit bringt, die jungen Menschen gleichzeitig mit Furcht erfüllt Womit kann man hier Abhilfe schaffen? Es versteht sich von selbst, dass Abhilfe nur durch die Entwicklung der moralischen Kultur möglich ist. Damit meinen wir, dass sich der Mensch als Herr der Schöpfung fühlen muss, und dass dieses Bewusstsein ausreichend stark sein muss, um ihm Überlegenheit über die Entwicklung der materiellen und wissenschaftlichen Aspekte der Zivilisation zu verleihen, oder ihm zumindest zu gestatten, mit ihr Schritt zu halten. Taekwon-Do ist eine Kunst, die auf eine bestimmte Denkweise und einen bestimmten Zweck mit wissenschaftlicher Gründlichkeit konzipiert; ein guter Lehrer kann deshalb jedem Schüler das Gefühl vermitteln, dass er erfolgreich sein kann. Durch dauerndes Wiederholen lernt man Geduld und Entschlossenheit, jede Schwierigkeit zu überwinden. Die enorme Stärke, deren der eigene Körper fähig ist führt zu dem Gefühl, dass man jedem Gegner zu jeder beliebigen Zeit und an jedem beliebigen Ort entgegentreten kann. Durch das "Sparring" lernt man Bescheidenheit, Mut, Aufmerksamkeit und Präzision, Anpassungsfähigkeit und Selbstbeherrschung. Durch die Übungsfiguren lernt man Flexibilität, Anmut, Gleichgewicht und Koordination, während die Grundübungen die Präzision fördern und zum Verständnis der Methoden, Grundsätze und Ziele beitragen. Im Endeffekt wirkt sich dieses Training auf jede bewusste und unbewusste Handlung eines Schülers aus. Vielleicht kann Taekwon-Do unter der Leitung eines fähigen Lehrers zu einer Lebenshilfe für die Irregeleiteten, Unsicheren und physisch Schwachen werden, denn ein Schüler, der diese Kunst lieben lernt wird bald erkennen, dass Hervorragendes nur geleistet werden kann, wenn der Körper in erstklassiger Form ist und deshalb vermeiden, sein Training in irgendeiner Weise zu gefährden. So bietet denn Taekwon-Do die Möglichkeit zur strengen, freiwilligen Selbstdisziplin, wie auch den Geist der Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt. Abgesehen von der Disziplin besteht bei vielen Menschen der Wunsch, akzeptiert und geführt zu werden; diese Menschen sind deshalb interessiert daran, mit einer Gruppe oder einer Führerpersönlichkeit zusammenzugehen. Wenn ein Schüler seine Übungen ernst nimmt, wird er ohne Schwierigkeiten von Gleichgestellten und Vorgesetzten akzeptiert werden. Wenn der Lehrer und die Inhaber höherer Gürtelgrade intelligent, gepflegt, höflich, bescheiden, selbstbewusst, klug und verständnisvoll sind, wird ihre Führung möglicherweise die bestmögliche Beeinflussung des Schülers zur Folge haben. Vorurteile lernt man im Allgemeinen früh, doch kann es kaum kleinliche Vorurteile geben, wenn man sich in der kameradschaftlichen und gleichzeitig spartanischen Trainingsatmosphäre, die zu Taekwon-Do gehört, befindet. In den schwierigen Übungsstunden lernt man, sich zu verständigen, so dass Rassenunterschiede ganz natürlich von selbst verschwinden. Das Zusammenspiel verschiedener Rassen beim Taekwon-Do trägt zweifellos dazu bei, die unglückseligen Missverständnisse, die häufig zwischen den Menschen bestehen, abzubauen. Einteilung des Taekwon-Do Vorwort Da Taekwon-Do eine Kunst der Selbstverteidigung mit dem Ziel der moralischen Wiederbewaffnung, den hohen Grad des intellektuellen Trainings, der anmutigen Übungen und der Schönheit der körperlichen Formen ist, kann es als etwas Alltägliches bezeichnet werden, ganz so wie atmen oder denken. Als Begründer des Taekwon-Do würde ich seine Philosophie, seine Prinzipien und Beweggründe so definieren, dass die blumige Tugend, die Schönheit und die Kraft in Harmonie mit dem unsterblichen Geist voll zur Geltung kommen. Teil 1 Durch wissenschaftliches Training mit Taekwon-Do kann man seine Gesundheit wesentlich verbessern und den Intellekt bereichern. Man kommt einmal in die Lage jemanden zu seinem Recht verhelfen zu müssen und stützt hierdurch die soziale Sittlichkeit und Moral, so hilft man eine glücklichere und friedvollere Gesellschaft zu schaffen. Teil 2 Um auf die Begriffe des Lebens zu kommen, im Gegensatz zu allen scheußlichen Aspekten, mit der Idee des Todes, sollte man fortfahren Taekwon-Do zu erlernen, um Techniken voll Kraft und Anmut zu beherrschen, um seinen geistigen Bereich zu erweitern. Deshalb sollte die Motivation zum Lernen ein unbegrenzter Wert über Generationen sein. Teil 3 Menschen kommen auf die Welt mit einfachen Anforderungen und Wünschen. Sie brauchen nicht geizig zu sein, sondern sollten immer anspruchslos und barmherzig bleiben. Stelle niemals ihre Prinzipien in Zweifel, noch schwanke wegen selbstsüchtigen Motiven, sichere Freiheit und Unabhängigkeit des Taekwon-Do, so dass es in seiner reinsten Art erhalten bleibt. Teil 4 Da alle Schüler dieser Kunst denselben regeln unterliegen und nach den gleichen Maßstäben gemessen werden, ohne Rücksicht auf ihre Stellung, ihre Herkunft und ihre religiöse Zugehörigkeit, zeigen sie der Welt die Gleichheit und Brüderlichkeit der Menschen. Teil 5 Die moderne Gesellschaft ist charakterisiert durch eine selbstsüchtige Voreingenommenheit nach materiellem Überschuss und unnötiger Abhängigkeit von Maschinen. Die sittliche Gesellschaft charakterisiert sich im Gegensatz zur modernen, durch Selbstdisziplin, Aufopferung und Ergebenheit. Die Widmung zur Kunst kann einen Wechsel zur sittlichen Gesellschaft hin bedeuten. Teil 6 Die, die sich ihren Freunden widmen und nach dem Diktat ihres Gewissens leben, sind immer hilfsbereit zu jüngeren und zeigen Respekt gegenüber ihren Lehrern und dem Alter. Schlusswort Den Anfang macht ein Großteil der ganzen Bemühungen aus. Deshalb sollten Taekwon-Do-Schüler nie versäumen in Aktion zu treten, wenn immer dies der Gesellschaft hilft. Wann er sich so benimmt, wird er den meisten Nutzen davon haben. Erläuterung der Grundsätze Die Grundsätze des Taekwon-Do sollten allen ernsthaften Schülern dieser Kunst als Richtschnur dienen. Höflichkeit Taekwon-Do-Schüler sollten sich zusätzlich zur Etikette in folgenden Punkten üben:
Im Taekwon-Do-Sprachgebrauch ist der Begriff der Integrität lockerer definiert als es in Websters Wörterbuch der Fall ist. Er bezeichnet die Fähigkeit, Recht und Unrecht unterscheiden zu können und genügend Gewissen zu haben, um sich schuldig zu fühlen, wenn man ein Unrecht begangen hat. Die folgenden Beispiele demonstrieren mangelnde Integrität:
Ein Sprichwort aus dem Fernen Osten besagt, dass "Geduld zur Tugend bzw. zum Verdienst führt". "Man kann dadurch ein friedliches Heim schaffen, dass man hundertmal Geduld übt." Ohne Zweifel hat es ein geduldiger Mensch leichter, zu Glück und Wohlstand zu kommen. Um irgendetwas zu erreichen, sei es eine höhere Stufe oder die Vervollkommnung einer bestimmten Technik, muss man sich ein Ziel setzen und dieses dann mit Beständigkeit anstreben. Robert Bruce lernte Beständigkeit am Beispiel der hartnäckigen Bemühungen einer so niedrigen Kreatur wie der Spinne. Seine Beständigkeit und Hartnäckigkeit waren es, die ihm damals im 14. Jahrhundert schließlich ermöglichten, Schottland zu befreien. Eines der Geheimnisse der Führerschaft auf dem Gebiet des Taekwon-Do besteht darin, jede Schwierigkeit durch Durchhaltevermögen zu überwinden. Selbstdisziplin Dieser Grundsatz ist von außerordentlicher Bedeutung sowohl innerhalb wie auch außerhalb des Do Jang, ob es nun um Freistilsparring verhängnisvoll für den Schüler und seinen Gegner auswirken. Die mangelnde Fähigkeit, im Rahmen des eigenen Könnens bzw. innerhalb der eigenen Grenzen zu leben und zu handeln, ist ebenfalls ein Beweis für fehlende Selbstdisziplin. Unbezwinglichkeit "Hier liegen 300, die ihre Pflicht taten" - was für eine schlichte Inschrift für eine der mutigsten Taten in der Geschichte der Menschheit. Angesichts der überlegenen Streitkräfte des Xerxes demonstrierten Leonides und seine 300 Spartaner an den Thermophylen der ganzen Welt, was unbezwinglicher Kampfgeist bedeutet. Ein unbezwinglicher Kampfgeist findet immer dann seinen Ausdruck, wenn ein mutiger Mensch und seine Grundsätze sich überwältigenden Widerständen gegenüber sehen. Ein ernsthafter Schüler des Taekwon-Do wird jederzeit bescheiden und ehrlich sein. Wenn er es mit Ungerechtigkeit zu tun hat, wird er der streitbaren Partei ohne Furcht und ohne Zögern gegenübertreten, er wird dabei ohne Ansehen der Person oder Zahl der Gegner einen unbezwingbaren Kampfgeist an den Tag legen. Moral (jungshin sooyang) Die weitreichenden Nebendeutungen und die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten der Moral des Fernen Ostens sind dem westlichen Denker oft nur sehr schwer zugänglich. Im Falle des Taekwon-Do ist diese Moralkultur in einzigartiger Weise mit einer kriegerischen Kunst verflochten, die nicht nur die Schaffung eines gesunden Körpers und eines klaren Geistes, sondern gleichzeitig auch sportliche Geschicklichkeit und Vervollkommnung des moralischen Verhaltens fördert. Geist (GI) Die folgende Definition des Geistes mag schwer zu erfassen sein, doch ziemt es sich für einen jeden Taekwon-Do-Schüler, diesen Gesichtspunkt zu studieren, zu verdauen und ihn auch mit Mitschülern zu diskutieren, um auf diese Weise diesen grundlegenden Wesenszug des Taekwon-Do zu erfassen. Im Fernen Osten versteht man unter Geist eine Kraft, die sowohl schöpferisch wie auch motivierend tätig werden kann. Sie ist eine Kombination von bewusstem, ständigem, schöpferischem Denkvermögen und physischer Aktivität. Alles Handeln resultiert aus dieser schöpferischen Kraft. Ein schöpferisches Bewusstsein, das eine innere Kraft ist und physische Aktivität, die ihren äußerlichen Ausdruck findet, kann man am besten optimal nutzen, wenn man eine vollständige Harmonie von Denken und Handeln herbeiführt. Dieser Geist, der die Summe aller geistigen und physischen Zellen und Organe darstellt, ist genau das, wovon die großen Meister sprechen, wenn sie die Gemeinschaft von Geist und Körper erwähnen. Diese Philosophie wurde von den alten Griechen zum ersten Mal in Worte gefasst, als sie die Vorstellung vom gesunden Geist, gesunden Körper und von der schöpferischen Kraft formulierten. Grundsätzlich gilt - und das ist wichtig zu wissen -, dass der Grad der Disziplin und Kultur des Geistes eines Schülers den Grad der Disziplin und Kultur bei seiner Beschäftigung mit Taekwon-Do bestimmt. Die moralische Kultur hat für den aktiven Anhänger der kriegerischen Künste die gleiche Bedeutung, wie die Meditation für den Mönch, Konzentration und Hingabe für den Künstler und Durchhaltevermögen für den Arbeiter. Anders ausgedrückt, die Quelle der Macht und des Lebens ist unnachgiebige Hingabe an die eigenen Interessen und Pflichten. Demnach hat kein Mensch ein Monopol auf Kultivierung des Geistes. Es ist vielmehr so, dass Aufrichtigkeit und Anstrengung zum Glauben führen, und der Glaube an die Sache es dem Menschen ermöglicht, sein Endziel zu erreichen. Moralische Kultur vollzieht sich auf dem Wege der wachsenden Kultivierung, in deren Zuge man sich der eigenen Tätigkeit, worin immer sie bestehen mag, in zunehmender Weise verschreibt, bis Leben und Arbeit in eins verschmelzen. Beim Taekwon-Do wird starkes Gewicht auf moralische Kultur und Geist gelegt, nicht nur zum Zwecke der Erreichung der höchsten Taekwon-Do-Ziele und der Förderung von Macht, Technik und Selbstvertrauen, sondern auch zur Entfaltung des Charakters. Ohne diesen Nachdruck könnte man dem Lehrer vorwerfen, dass er seinen Schülern eine verheerende Kraft vermittele und die Gefahr bestünde, dass die Schüler, berauscht von ihren neu erworbenen technischen Fertigkeiten, zu Raufbolden würden oder ihr Können dazu benutzten, Macht zu gewinnen. Die meisten Meister des Taekwon-Do neigen dazu, diesen Gesichtspunkt des Trainings zu betonen und weniger Gewicht auf die sensationellen Aspekte zu legen, wie z. B. Läufe über felsigen Strand, Faustschläge auf Kieselsteine, Trainieren der Hände durch Eintauchen in kochendes Wasser, Versuche, Vögel im Flug aufzuhalten und so weiter. Der Schüler, dem es ernst ist, muss eine Reihe von Verpflichtungen auf sich nehmen; die folgenden Schritte wurden vom Internationalen Taekwon-Do-Verband vorgeschrieben, um ein hohes Niveau bei Lehrern und Schülern beizubehalten:
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